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Teilnehmerstimmen

Friederike | Alter: 36 | Berlin | nach 18 Monaten Autorenausbildung

Wie bin ich zum Schreibhain gekommen?

Im Frühjahr 2013 stieß ich im Internet auf der Suche nach „irgendwas mit Schreiben“ auf das Schreibhainseminar „Schreib dein Happy End“. Die kurze Seminarbeschreibung sprach mich sofort an, denn ich befand mich damals in einer krankheitsbedingten Krise, die mich weder Weg noch Ziel meines Lebens erkennen ließ. Natürlich halfen mir zwei Tage begleitetes Schreiben aus dieser Situation nicht heraus, das war auch nicht meine Erwartung und dafür hatte ich entsprechend längere Hilfe an anderer Stelle. Aber doch tat es mir bemerkenswert gut, mich ein ganzes Wochenende lang mit mir und meinen Baustellen, Wünschen und Talenten zu beschäftigen und dies in den verschiedenen Aufgabenstellungen des Kurses zu reflektieren, niederzuschreiben und wenn ich wollte, mit den anderen Kursteilnehmern zu teilen. Dank der kleinen Gruppengröße, Tanjas guter Moderation und einer schnellen Vertrautheit in schöner Atmosphäre, hatte ich damit kein Problem. Im Gegenteil, es brachte mich sogar ein ganzes Stück weiter, von den anderen gesagt zu bekommen, was sie aus meinen Texten heraushörten. Mit Schreiben, also kreativem Schreiben, hatte ich bis dato nicht viel zu tun. Als PR-Referentin schrieb ich zwar regelmäßig und mit Freude Presseinfos, Artikel für Kundenmagazine, Mitarbeiterzeitungen und Webseiten, aber da waren der Kreativität ganz klare Grenzen gesetzt. Ebenso bei meiner Tätigkeit als freie „Wald- und Wiesenreporterin“ bei einer ländlichen Lokalzeitung. Privat schrieb ich schon sehr gern Briefe und Mails, gern auch mal längeren Formats, aber das war es dann auch schon. Daran hatte ich immer Spaß, aber da ich selbst nicht die „Ober-Leseratte“ bin, und auch nie war, lag mir das professionelle Schreiben bisher fern. Tanja hingegen schien ein Talent in mir gesehen zu haben, was ich anfangs als netten Aufbauversuch abgetan hatte. Doch sie ließ –zum Glück- einfach nicht locker und „überredete“ mich zur Teilnahme an der Autorenausbildung des Schreibhains. Hierfür bin ich ihr heute unendlich dankbar. Die Wochenenden im Schreibhain motivieren mich sehr und ich verlasse die Räumlichkeiten sonntags zwar stets fix und fertig mit dröhnendem Kopf, aber auch glücklich, zufrieden und auch irgendwie aufgeregt durch die feste Absicht und Vorfreude, meinen Roman (dass ich das mal sage: meinen Roman!) zu Ende zu bringen. Das erste Jahr, zwei Drittel der Ausbildung, liegen nun bereits hinter mir und meinen begabten Mitstreitern. Nun geht es nach jeweils einem Semester „Handwerkszeug“ und „Genre“ ans Eingemachte: an die betreute Fertigstellung des eigenen Romanprojekts, das wir in den vergangenen Monaten hinsichtlich Plot, Exposé, Figuren und Aufbau schon anfingen zu erarbeiten.

Was gefällt mir besonders an der Autorenausbildung?

Zu allererst sind hier die beiden Trainerinnen zu nennen, sowie die Gruppe, die unterschiedlicher nicht sein könnte, aber dank liebenswerten, offenen und ehrlichen Mitstreitern wunderbar funktioniert. Tanja und Conny haben eine beeindruckende Art, uns in lockerer Atmosphäre theoretisches Fachwissen zu vermitteln, dies in ganz unterschiedlichen Übungen anzuwenden und anschließend zu diskutieren. Auf diese Weise habe ich extrem viel gelernt, was nun fest verankert zu sein scheint und von mir meistens „einfach angewendet“ wird, ohne in den Unterlagen nachlesen zu müssen, wie es nochmal genau funktioniert. Dies versuche ich nicht nur in meinen eigenen Texten anzuwenden, sondern hinterfrage selbst beim privaten Lesen die Herangehensweise der Autoren und stelle fest, was in meinen Augen funktioniert und was ich wie anders gelöst hätte. Einfach nur „was weglesen“ geht nicht mehr . Gern erinnere ich mich an Übungen wie „Draußen fremde Leute beobachten“, Herrlich in Berlin-Mitte! Wir sollten Äußerlichkeiten und Auffälligkeiten bis ins letzte Detail notieren. Mit dem erleichterten Gefühl, als Spanner nicht aufgeflogen zu sein, dichteten wir zurück im yellowfish diesen Personen ein soziales Umfeld und psychische Hintergründe, Werte und aktuelle Konflikte an, die dann im Laufe des Nachmittags mit Figuren von anderen Kursteilnehmern in einer Geschichte zusammentrafen. Die Beobachteten würden Augen machen, wenn sie das lesen könnten! Spontan fällt mir auch noch eine Übung ein, bei der wir einzeln mit verbundenen Augen ins Nachbarzimmer geführt wurden, um hier verschiedene Geschmacks- und Geruchsproben zu nehmen. Diese galt es anschließend ausführlich zu beschreiben und in Szenen zu verarbeiten, was zu sehr interessanten Ergebnissen führte. Nicht nur hier haben wir viel gelacht. Neben den Schreibwochenenden an sich gefällt mir aber vor allem der Aufbau der Ausbildung: jeden Monat ein Wochenende, über 1,5 Jahre. Das ist für Berufstätige super und das „Geballte“ an einem Wochenende lässt uns intensiver arbeiten, als beispielsweise jeden Mittwochabend drei Stunden. Außerdem wäre die Ausbildung dann nur für Berliner interessant, was in unserem Kurs gerade mal 50 Prozent ausmacht. Die Wochen zwischen den Schreibterminen kann ich mir individuell einteilen, es gibt ja neben dem Schreiben auch immer noch eine andere Welt. Und wann immer es in dieser Zeit passt, erledige ich meine Hausaufgabe und schicke sie im Vorfeld des nächsten Schreibwochenendes an alle zur Vorbereitung. Das gibt mir den nötigen Druck, am Ball zu bleiben, aber dank der insgesamt 18 Monate keinen Stress. Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch die zahlreichen Expertenbesuche, bei denen wir alle noch so „dummen“ Fragen an Literaturagenten, Verlagsleute, Lektoren, Theaterdramaturgen, Drehbuchautoren etc. stellen konnten und sehr aufschlussreiche, ehrliche, teils motivierende, teils „zurück auf den Teppich holende“ Antworten mitnahmen.

Was ist mein Ziel?

In den ersten Monaten der Ausbildung entwickelte sich bei mir zunächst überhaupt erst einmal der Wunsch, einen eigenen Roman zu schreiben. Dieser Wunsch wuchs dann schnell zu dem Ziel, dies in den nächsten Monaten auch wirklich umzusetzen. Mit Tanja, Conny und den anderen Autoren im Rücken bin ich heute sogar sehr optimistisch, das zu schaffen. Und wenn es nicht erfolgreich wird, egal: Dann habe ich es wenigstens versucht und zähle nicht mehr zu denjenigen, die „irgendwann auch mal ein Buch schreiben wollen“.

Wem empfehle ich die Autorenausbildung?

Jedem, der Freude am Schreiben hat. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man es auch schaffen kann, wenn man nicht zuvor bereits eigene Sachen geschrieben, zuhause in der Schublade liegen oder gar bereits veröffentlicht hat. Auch wenn das sicherlich nicht schadet.

Jan-Mikael | 32 Jahre | Hannover | nach 12 Monaten Autorenausbildung

Wie bin ich zum Schreibhain gekommen?

Es muss wohl eine Anzeige in der Textart gewesen sein und entpuppte sich als „Fügung“. Die monatliche Anreise klang zunächst wie ein Hindernis, ist der Mühe aber wert.

Was gefällt mir besonders an der Autorenausbildung?

Das individuelle Feedback der Dozenten und der anderen Autoren zu den eigenen geschriebenen Texten. Dass es viele Praxisteile und -beispiele gibt und immer wieder interessante Gäste geladen werden. Außerdem ist die Atmosphäre innerhalb der Gruppe sehr angenehm, inspirierend und fördernd.

Was ist mein Ziel?

Einen Bestseller zu schreiben und mit dem Schreiben genügend Lebensunterhalt zu verdienen, darüber hinaus natürlich nicht die Freude am Schreiben zu verlieren. Schritt für Schritt geht es voran.

Wem empfehle ich die Ausbildung?

Jedem, der gerne schreibt und sich über Anregungen und Kritik freut, dabei offen ist, neues Handwerkszeug und zugehörige Theorie zu lernen. Wer außerdem ein größerer Romanprojekt in der Schublade hat, ist hier genau richtig.