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Ein Tag voller Geschichten

Der Schreibhain-Pitch-Tag im November 2025

Ein Blogbeitrag von Elisaveta Lachina

Wenn der November seine melancholische Stille über Berlin legt, entfaltet sich im Schreibhain traditionell jenes Event, auf das alle Autorenausbildungs-Jahrgänge hinfiebern, den   Pitch-Tag. Es ist der emotionale Höhepunkt einer intensiven, oft transformativen Zeit. An jenem Novembertag feiert der Schreibhain nicht nur Abschlüsse, sondern den Neubeginn von dreizehn fantastischen Autorinnen und Autoren.

Der Schreibhain ist stolz, die Erfolge dieses Abschlussjahrgangs teilen zu dürfen. Vor einem begeisterten Publikum, u.a. bestehend aus namhaften Agenturen und Verlagen, präsentierten die Absolvent:innen ihre Projekte. Sie lasen, sprachen über ihre kreativen Prozesse und gaben tiefe Einblicke in ihre Charaktere und die Themen ihrer Stoffe. Es war ein Tag des Mutes, der Visionen und literarischer Exzellenz.

Der Tag startete pünktlich um 10:30 Uhr mit einer herzlichen Begrüßung, in der die Leistung und das Wachstum gewürdigt wurde, das in den vergangenen Semestern im Schreibhain begonnen hatte.

Die Präsentationen – Die Schreibhain-Autor:innen und deren Projekte

Zuerst präsentierte Finja Alfes ihren Coming-of-Age-Roman: „Nah am Wasser (AT)“. Es ist die Geschichte der 16-jährigen Anouk, die mit ihrer Mutter und deren neuem amerikanischen Freund in ein Vororthaus zieht. Die perfekte Fassade der neuen Familie bröckelt, als Anouk Gefühle für Anton entwickelt und sie sich plötzlich mit einem Familiengeheimnis konfrontiert sieht.

Gefolgt von Katrin Schmeckert mit ihrem Roman „The Roadmovie (AT)“, einer filmischen Inszenierung voller mythischer Elemente aus Amerika. Im Zentrum steht die geheimnisvolle Gisela, die ein Vermächtnis aus der Vergangenheit in die Gegenwart trägt und die Protagonisten Caro und Peter auf eine gefährliche Reise durch die Mojave-Wüste bis zum größten Casino Nevadas schickt.

Nach der Kaffeepause ging es weiter mit:

Niklas Linnenbach: Sein Anti-Bildungsroman und seine Antitheiden-Story „Montage (AT)“ erzählt von dem 26-jährigen Nico, der aus der Haft auf Malta nach Hause in seine Heimatstadt Frankfurt zurückkehrt und versucht, zwischen Rauschsucht, alten Freundschaften und dem Wunsch, ein besseres Leben zu führen, seinen Platz zu finden.

Annebärbel Jungbluth: Ihr autofiktionaler Roman „Niemand springt zweimal in denselben Fluss“ nimmt die Zuhörer:innen mit ins östliche Berlin der 50er-Jahre und erzählt die Geschichte von Anja und Michael, die trotz Kriegstraumata und unter dem Druck gesellschaftlicher und geschlechtlicher Konventionen die wahre Liebe finden.

Christoph Hein: Der Coming-of-Age-Roman „Kalte Stellen (AT)“ folgt Timo (21), der zwischen der Uni und dem grauen Alltag in Eisleben pendelt. Er sucht nach einem Ausweg aus den finanziellen Sorgen und der familiären Enge und hofft auf Trost bei dem älteren Raik und in Freundschaften, die sein Leben neu ordnen.

Nach der Mittagspause, in der u.a. erste Gespräch zwischen Fachpublikum und Autor:innen stattfanden, präsentierten:

Stephan Brosch: Mit „Wohin die Flüsse fließen (AT)“, eine eindringliche Erzählung über Gewalt in einer Pflegefamilie, die von Überlebenswillen und der Suche nach Identität geprägt ist.

Sophia Magdalena Wichelhaus: einen autofiktionalen Entwicklungsroman „Durch die Säulen im oberen Teil der Kanne (AT)“, der das Ringen um Mutterschaft, Zugehörigkeit und Selbstermächtigung verhandelt.

Tanja Ganser: Ihr Roman „Die Ameisen schlafen selten (AT)“ beleuchtet das Drama der Normalität und des versteckten Alkoholismus u.a. auch aus der Perspektive des Kindes.

Dorothee Lahusen: Die Science Fiction „Solarpunk spielt Vabanque (AT)“ entführt uns ins Bärenburg im Jahr 2072, wo bunte Polarlichter über dem Himmel leuchten und eine urbane Guerilla-Bewegung gegen den Nihilismus kämpft.

Lea Kutterolf: Ihre Social Science Fiction „Lunora (AT)“ zeichnet das Bild einer dystopischen Zukunft. In einer kriegsgezeichneten Welt nimmt eine junge Frau ihre Rolle als Göttin an, um die letzte Hoffnung der Menschheit zu sein.

Der letzte Block am späten Nachmittag führte uns zu:

Bica Herrmann: Mit ihrem Psychothriller „Der Wald steht schwarz und schweigt (AT)“, in dem die Ornithologin Nelly in die tiefen Schatten ihrer Familiengeschichte blickt, als der Tod der Großmutter ein dunkles Geheimnis aus dem polnisch-deutschen Grenzgebiet freilegt.

Janne Berg: Ihr Kriminalroman „Wasserfall“ beginnt mit einer ermordeten Polizistin und der Kriminaloberkommissarin Margo Lagarde, die den Fall übernimmt. Die Ermittlungen führen sie in die organisierte Kriminalität und enthüllen eine Verbindung zu einem alten, ungesühnten Verbrechen.

Markus Grundtner: Abgeschlossen wurde der Tag mit dem Roman „Vollendete Tatsachen / Roman“, der die Eskalation einer sprachlosen Ehe literarisch beleuchtet. Im Fokus steht Kara, die sich gegen die literarische Verwertung ihrer Person durch ihren Ehemann, einen Schriftsteller, wehrt.

Ein Tag voller Inspiration und Austausch

Zwischen den Präsentationen gab es stets Kaffee- und Mittagspausen. Hier blühte der Schreibhain-Geist auf: Alle erzählten einander Geschichten, tauschten wertvolle Erfahrungen aus ihrem Semester im Schreibhain aus und gaben ehrliches Feedback zu den Präsentationen. Wir durften sogar einen ersten Blick in die Manuskripte werfen – die bereits gedruckt  dargeboten wurden!

„Ein Leben ohne Bücher ist möglich, aber sinnlos.“

Deswegen ist der Schreibhain besonders dankbar für diesen wunderbaren Tag und fühlt sich allen verbunden, die ihn gestaltet haben:  den Autor:innen, dem Publikum, den Verlagen und Agenturen.

Der Schreibhain freut sich riesig über die bereits vergebenen, spannenden Agenturangebote für die Autor:innen! Ein besonderer Glückwunsch geht an die Stipendiatin des Jahrgangs, Leah Hentschel, die nicht mehr pitchen musste, da sie bereits einen Buchvertrag in der Tasche hatte! Das ist das schönste Zeugnis für die harte Arbeit und das Potenzial, das der Schreibhain fördern darf. Gefeiert wurden die Erfolge bis tief in die Nacht – die Geschichten, die auf diesen Seiten ihren Anfang nahmen, werden nun in die Welt getragen.

Mit einem wehmütigen und zugleich stolzen Gefühl wird der Hain alle diese wundervollen Autoren des Jahrgangs XX vermissen und schätzt sich glücklich, den Startschuss für deren erfolgreichen, literarischen Weg gegeben zu haben.

Die Worte eines Teilnehmers, die er stellvertretend für den Jahrgang geteilt hat, bleiben in Erinnerung:

„Ein großes Kapitel meiner Schreibreise endet und ich bin so dankbar, dass ich mit diesen Menschen über mich hinauswachsen konnte. Ohne Sie alle und ohne den Schreibhain, wäre ich nicht, wo ich heute stehe. Denn ein Kapitel schließt sich nun, aber das nächste wird bereits geschrieben.“

Danke, dass ihr Teil dieses Kapitels gewesen seid. Der Schreibhain gratuliert dem Jahrgang von Herzen zu deren erfolgreichen Meilensteinen. Die Tür des Schreibhains bleibt den XXern immer offen.

 

Vita Elisaveta Lachina

Elisaveta Lachina ist die Gründerin einer Online-Plattform für Wissenstransfer und eine erfahrene Vertriebsleiterin mit wissenschaftlichem Hintergrund. Ihre
Arbeit konzentriert sich darauf, interdisziplinäres Wissen zugänglich zu machen und menschliches Potenzial zu erschließen. Sie ist die Autorin des Buches „The Brighter Side of Civilisation and The Universe“.
Auf Instagram ist sie unter @ellisslachina und auf LinkedIn auf Elisaveta Lachina zu erreichen.

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