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► ► BLOG – Tanja Steinlecher

  • Tanja Steinlechner

    Tanja Steinlechner

    Autorin | Literaturagentin | Lektorin | Dozentin | Schreibcoach | Inhaberin vom SCHREIBHAIN

    SCHREIBHAIN f

    Willkommen in meinem BLOG.
    Herzlichst,
    eure Tanja

  • Wozu eine Ausbildung? Reicht mein Talent nicht?

    Talent ist das Eine, Handwerk das Andere. Nur wer solide Kenntnisse des Schreibprozesses besitzt, dramaturgische Kenntnisse sicher anwenden und Räume und Figuren auf dem Papier entstehen lassen kann, ist ein professioneller Autor. In vielen Disziplinen der Kunst ist eine Ausbildung, sei sie universitär oder privat organisiert, längst gang und gebe. Allein das Bild des Schriftstellers ist in Deutschland noch immer stark vom Geniekult geprägt. Langsam setzen aber auch hier Veränderungsprozesse ein. Studiengänge im Bereich Kreatives oder Literarisches Schreiben entstehen an den Universitäten, Verlage wissen um Qualitätsunterschiede zwischen bereits professionell Schreibenden und Anfängern und Autoren schätzen eine Ausbildung, weil sie ihnen neben den oben genannten Inhalten auch Branchenkenntnisse, Kontakte und Netzwerke vermittelt.

    Für all jene, die sich berufsbegleitend zum Autor weiterbilden wollen, gibt es unsere Autorenschule. Wir unterstützten euch nicht nur in Eurer handwerklichen Weiterentwicklung, sondern schaffen Vernetzung mit der Branche und fördern eine gegenseitige Feedbackkultur, in der kreatives Arbeiten erst möglich wird.

    • Autorenausbildung / Start: 06. Oktober 2018 / Bewerbungen nehmen wir ab sofort entgegen.
    • Erstes Semester: Handwerk des Schreibens , zweites Semester: Genres, Branchenwissen & Hinführung zum eigenen Stoff, drittes Semester: Romanentwicklung / Pitching vor Verlagen und Agenten
    • Kostenfreier Infoabend am 08. September 2018 ,  19.30 Uhr  – 21.00 Uhr / Bitte vorab anmelden

    Ausbildungsaufbau

    Die Autorenausbildung erstreckt sich über 19 Monate und beginnt am 06. Oktober 2018

    Pro Monat finden zwei Präsenztage in Berlin statt. Unterrichtszeiten sind jeweils samstags von 10 – 18 Uhr und sonntags von 10 – 16 Uhr.

    Bei Interesse bieten wir am Samstagabend auch gemeinsame Exkursionen ins Berliner Kulturleben (insbesondere Literatur, Theater, Film) an.

    Im ersten Halbjahr lernen wir die Grundprinzipien von Textarbeit kennen. Auf dem Programm stehen u.a.: Stofffindung, Ideen, Dramaturgie, Figurenaufbau, Räume, Erzählperspektiven, Erzählzeit und erzählte Zeit, Stimmungsaufbau, erste Genrekenntnisse. Dies soll v.a. durch Arbeit an eigenen Texten geübt werden.

    Im zweiten Halbjahr wird das eigene Repertoire durch Poetikstudium und Spezialisierung (Genre) erweitert.

    Wichtig ist uns auch die Thematisierung des biografischen Materials (das vielen ersten Romanen zugrunde liegt) und dessen Verarbeitung und Modifikation im Prozess schriftstellerischer Arbeit.

    Auf dem Stundenplan stehen außerdem: Branchenkenntnisse, Verlagslandschaft, netzwerken. Die Ausbildung wird durch Honorardozenten und  Branchengäste bereichert.

    Im dritten Halbjahr steht schließlich ein eigenes Erzählprojekt auf dem Programm. Jeder Student wird die Ausbildung mit einem längeren eigenen Prosatext beenden.

    Philosophie

    Wir glauben nicht an das eine Geheimrezept, das erfolgreiche Schriftsteller gebiert. Autoren, ihre Schaffensprozesse und ihre Wege zum Roman sind individuell. Was wir Euch aber mitgeben können, ist unser handwerkliches Wissen und unsere Branchenkenntnis. Alle Dozenten im Schreibhain haben selbst veröffentlicht. Wir kennen aber auch die andere Seite, haben Alle als Lektoren, Literaturagenten oder Schreibcoachs langjährige Erfahrung gesammelt, die wir an Euch weitergeben wollen.

    Was wir bieten ist ein Netzwerk an Unterstützung und Begleitung auf Eurem Weg zum professionellen Schreiben.

    Wir halten es mit Otto Kruse, der in seinem Buch Kunst und Technik des Erzählens zur Autorenausbildung zwei nur scheinbar entgegengesetzte Kriterien nennt:

    Erstens: Autoren müssen sich mit modernen Erzählformen und deren ästhetischen Gesetzen auseinander setzen, denn in diesem Feld müssen sie sich behaupten. Und zweitens: Autoren müssen lernen, dass sie sich nicht darum scheren dürfen, was moderne Erzählformen sind und welche Gesetze dort herrschen. Sie müssen stattdessen ihre eigene Erzählstimme und ihre eigenen Ausdrucksweisen finden.

    Auf diesem Weg wollen wir Euch unterstützen.

    Auswahlverfahren

    Unser Anspruch ist es, Autoren in die Welt zu entlassen, die mit Ihren Texten eine reelle Chance in der Verlagslandschaft haben. Diesen Prozess wollen wir durch eigene Branchenkontakte unterstützen und erleichtern. Daher ist eine Bewerbung unumgänglich.

    Bitte schickt Eure Unterlagen bis spätestens zum 20. September 2018 an buero@schreibhain.com

    1. literarische Arbeitsproben (mindestens 3 Seiten, max. 15 Seiten) – bitte keine Lyrik!
    2. Ein Motivationsschreiben (Warum willst Du diese Ausbildung besuchen?)
    3. Welche Bücher/ Filme/ Theaterstücke/ etc. haben Dich stark beeinflusst bzw. beeindruckt? Inwiefern?

    Optional: Eine Vita mit dem Schwerpunkt auf künstlerische Tätigkeit/ Ausbildung

    StartDauerOrtPreisVorkenntnisse
    06.10. 2018, ein Präsenzwochenende pro Monat| Samstag von 10.00 – 18.00 Uhr und Sonntag von 10.00 – 16.00 Uhr | Infoabend am 08. September, 19.30 – 21.00 Uhr
    19 Monate
    SCHREIBHAIN | Kleine Rosenthaler Str. 2 | 10119 Berlin
    240,- € pro Monat | ermäßigt: 180,- € pro Monat
    keine erforderlich
    JETZT BUCHEN
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    Für wen eignet sich unsere Meisterklasse?

    Unsere Meisterklasse richtet sich an Autoren, Selfpublisher und Verlagsautoren, sowie Absolventen unserer berufsbegleitenden Autorenausbidung, die bereits handwerkliche Kenntnisse mitbringen und sich professionelle Unterstützung bei der Fertigstellung Ihres Romans wünschen.

    • Termine: zweimonatlich / Start: 26. Mai 2018 / Sa.: 10.00- 18.00 Uhr &  So.: 10.00 – 16 Uhr / Innerhalb eines Jahres jeweils ein Präsenzwochenende pro Monat
    • Beratung und Arbeit am Roman / Unterstützung bei Deiner Agenturs- oder Verlagssuche
    • Feste kleine Gruppe, max. 6 TN pro Dozent
    • Teilnahmegebühr: 300 EUR (alle zwei Monate) oder 150 EUR (monatlich)

    Was bieten wir?

    Die Meisterklasse begleitet Euch über ein Jahr. Wir treffen uns in zweimonatlichem Rhythmus zu einem Präsenzwochenende im Berliner Schreibhain, samtags von 10 – 18 Uhr und sonntags von 10 – 16 Uhr.
    Das erste Mal finden wir am 26. Mai 2018 zusammen.

    Den Schwerpunk der Meisterklasse bildet die konstruktive Textkritik seitens der Dozenten und Autoren.
    Um effizient arbeiten zu können, lesen wir eure Romanausschnitte im Vorfeld. So bleibt genügend Zeit für das Feedback und die thematische Vertiefung dramaturgischer Fragestellungen.

    Wir geben Euch Hilfestellung beim Schreiben eurer Exposés und bei der Auswahl eurer Leseproben.
    In der Teilnahmegebühr inbegriffen ist das Lektorat der Leseprobe, ca. 20 – 30 Seiten, des Exposés und der Autorenvita.

    Die Meisterklasse endet mit einer öffentlichen Lesung.

    Jeder Teilnehmer bekommt abschließend eine individuelle Beratung, in der wir über euer Profil als Autor sprechen und euch bei der Agenturs- bzw. Verlagssuche unterstützen.

    Aus Erfahrung wissen wir, dass nicht nur ausgewählte Verlage, sondern bereits auch einige bekannte Agenturen keine unaufgefordert eingeschickten Manuskripte mehr prüfen. Wir begleiten daher euren Werdegang und vernetzen euch mit unseren Branchenpartnern. Über die inhaltliche Auseinandersetzung mit euren Texten hinaus ist es uns ein Anliegen, euch ein Forum zu bieten, in dem ein kollegialer Austausch z.B. über Arbeitsweisen, Methoden und Recherchetools entstehen kann.

    Auswahlverfahren

    Unser Anspruch ist es, Euch bei der Entstehung Eurer Romane zu unterstützen. Weil wir auf professioneller Ebene Eure Projekte diskutieren und Euch nicht zuletzt durch unsere Kontakte fördern und vernetzen werden, ist für Externe eine Bewerbung notwendig. Absolventen unserer Autorenausbildung müssen sich nicht erneut bewerben, in diesem Fall reicht die Anmeldung.

    Bitte schickt Eure Unterlagen bis spätestens 15. Mai 2018 an: buero@schreibhain.com

    1. Exposé oder erste Ideen zu Deinem Romanvorhaben
    2. Literarische Arbeitsproben (mindestens 3 Seiten, max. 20 Seiten) -bitte keine Lyrik!

    Optional: Eine Vita mit dem Schwerpunkt auf künstlerische Tätigkeit/ Ausbildung

    TermineDauerOrtPreisVorkenntnisse
    2018: 26. & 27.05./ 28. & 29.07. / 30.09. & 10.10. / 24. & 25.11. / 2019: 26. & 27.01. / 30. & 31.3. | Sa. 10:00 – 18:00 Uhr, So. 10:00 – 16:00 Uhr
    12 Monate
    SCHREIBHAIN | Kleine Rosenthaler Str. 2 | 10119 Berlin
    150,- € pro Monat | ermäßigt: 125,- € pro Monat
    erforderlich
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    Du willst dein Buch selbst publizieren?
    Dann ist dieser Kurs genau der richtige für dich!

    Ein überzeugender Plot plus origineller Stil reichen nicht aus, um mit einem Debüt im Selfpublishing erfolgreich zu sein. Wer sich für diesen Weg entscheidet, ist Autor und Unternehmer in einer Person. Neben dem Handwerk des Schreibens gilt es Markt und Zielgruppen zu eruieren, Zeitmanagement und kreativen Flow miteinander und nicht gegeneinander arbeiten zu lassen und ganz nebenbei den passenden Lektor, Korrektor, Coverdesigner und ggf. Unterstützung im Satz und Marketing zu finden.

    In unserer einjährigen berufsbegleitenden Weiterbildung zum Autor/Autorin mit dem Schwerpunkt Selfpublishing bereiten wir auf die Herausforderungen dieses Marktes vor und bieten euch neben Schreibhandwerk, Branchen- und Genrewissen, Marketingexpertise und Distributionskenntnissen auch ein professionelles Netzwerk und eine Schreibheimat.

    Ausbildungsinhalte

    • Basiswissen Schreibhandwerk
    • Genre- und Branchenwissen
    • Marketing, Distribution und Dienstleister

    Pro Monat findet ein Präsenzwochenende im Rahmen von SCHREIBHAIN Berlin statt.
    Ausbildungsbeginn ist der 27. Oktober 2018. Unterrichtszeiten sind jeweils samstags von 10 – 18 Uhr und sonntags von 10 – 16 Uhr.

    Während der ersten vier Wochenenden lernt ihr die Grundprinzipien von Textarbeit kennen. Auf dem Programm stehen u.a.: Figurenentwicklung, Perspektive, Dramaturgie, sinnliches Erzählen, fesselnde Anfänge schreiben, Arbeitsmodi und Rituale, Schreibprozess und den eigenen Schreibtypus finden.

    Die nächsten vier Wochenenden stehen für Vermittlung von Branchenwissen und Genres-Kenntnissen, die im Selfpublishing besonderen Erfolg versprechen, zur Verfügung. Diese sind u.a.: Liebesroman & Erotik, Spannungsroman, Fantastik und populäres Sachbuch.

    Marketingaspekte – wie Verschenk- und Preisaktionen, Wettbewerbe, Leserunden, die eigene Autoren- bzw. Buchwebsite, Titelfindung und Klappentext – thematisieren wir an zwei Wochenenden. Für Fragen rund um Distribution, Netzwerke und externe Dienstleister sind zwei Wochenenden vorgesehen.

    Die Ausbildung leiten erfolgreiche Selfpublisher, Lektoren und Experten im Bereich Design, Marketing und Distribution. Der Jahrgang endet mit der Möglichkeit, das Debüt zu platzieren und hochzuladen.

    Ein kostenfreier Infoabend findet am Samstag, den 15. September 2018 von 19.30 – 21.00 Uhr statt. Bitte meldet euch dazu formlos an via E-Mail an buero@schreibhain.com.

    Auswahlverfahren

    Wir vergeben die Plätze nach persönlicher Eignung und unter Aspekten der Gruppenzusammenstellung. Bitte schickt uns eine kurze Beschreibung eures Projektes, welches ihr im Rahmen der Weiterbildung umsetzen wollt, an buero@schreibhain.com.

    StartDauerOrtPreisVorkenntnisse
    27. Oktober 2018 | Mo – Fr: 10:00 – 18:00 Uhr / So 10:00 – 16:00 Uhr / Kostenfreier Infoabend am 15. September 2018 von 19.30 – 21.00 Uhr
    12 Monate
    SCHREIBHAIN | Kleine Rosenthaler Str. 2 | 10119 Berlin
    240,- € pro Monat | ermäßigt: 180,- € pro Monat
    keine erforderlich
    JETZT BUCHEN
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    Du hast schon lange die Idee, deinen Roman zu schreiben, aber immer wieder vertagst du dein Projekt?

    Vielleicht hast du schon viele Notizen gemacht und einzelne Textpassagen existieren? Du hast eine Zeit lang kontinuierlich geschrieben, aber jetzt geht es nicht weiter? Du willst wissen, weshalb du nicht vorankommst und suchst Möglichkeiten, deinem Schreiben Raum in deinem Leben zu geben? Du willst endlich deinen Roman schreiben und nicht nur darüber reden?

    Mit vielen praktischen Übungen unterstützen wir dich dabei, in den Schreibfluss zu kommen. Mit Hilfe eines Tests finden wir deinen Schreibtyp und du lernst, wie du deine Stärken richtig einsetzt, damit dein Text wachsen und deine Erzählstimme sich entfalten kann.

    Gemeinsam begeben wir uns auf die Suche nach deinen Schreibkobolden, die mit deinen Ängsten handeln und Widerstand in dir erzeugen, sobald du vor deiner Tastatur sitzt oder zum Stift greifst.

    Wir helfen dir, deine Ängste zu erkunden. Auf diese Weise kannst du deine Kobolde zu Freunden machen, die deinen Figuren Tiefe und Antrieb verleihen. Rituale und Schreibrhythmen erleichtern dir die Arbeit an deinem Romanprojekt ungemein. Deshalb erkunden wir, welcher Rhythmus zu deinem Leben passt und strukturieren deinen Alltag im Sinne deines Schreibens. Dazu gehört es auch, Orte zu finden, die dich inspirieren.

    Gemeinsam begeben wir uns auf eine Reise zu deinem originären Thema und deinen Antriebsfedern fürs Schreiben.

    Du lernst, wie du deinen inneren Kritiker ausschaltest, wenn du Erstfassungen schreibst und wie du den sensiblen Künstler in dir glücklich machst, während der Kritiker dessen Texte überarbeitet.

    Das Webinar findet in einer festen Gruppe in vertrauensvoller Atmosphäre statt.

    Webinarthemen im Überblick:

    • In den Schreibfluss kommen: Übungen und Tipps / Schreibtypentest
    • Der Schreibprozess:  Deinen Blockaden und Widerständen auf der Spur / Du lernst, wie du deine Ängste zu Freunden machst und warum ausgerechnet sie dein  kreatives Potential entfachen.
    • Leben und Schreiben: Wir erarbeiten gemeinsam deinen Schreiballtag und entwickeln individuelle Rituale. Wir begeben uns auf die Suche nach deinen Schreiborten.
    • Eine Reise zu deinem originären Schreibthema: Übungen und Austausch in der Gruppe
    Wann?Wo?PreisVorkenntnisse
    Vier mal eine Stunde, immer am Donnerstagabend live  |14.06. + 21. 06.+ 28.06.  + 05.07. 18 | 19:00 – 20:00 Uhr
    Veranstalter SCHREIBHAIN | Teilnahme von zu Hause aus
    80 ,-
    keine / Internetzugang erforderlich
    JETZT BUCHEN
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    Unter einer Vielzahl von Einreichungen für unser Stipendium in der Autorenausbildung VIII  entschied sich die Jury – bestehend aus Tanja Steinlechner (Schreibhain-Leitung) , Astrid Ule (Schriftstellerin), Susanne Zeyse (Lektorin) und unserem Stipendiaten Jörn Gerstenberg (Jahrgang VI) – für den Text „Hypnotic“ von Bettina Schoeller Bouju. Das Schreibhain-Team gratuliert der Gewinnerin von Herzen.

    Hypnotic

    Ich erwache durch einen Schrei! Ein lauter alles zersetzender atemberaubender Schrei. Es ist meine Freundin Niki. Ich stürze ins Zimmer, Mara humpelt mit ihrer Gehhilfe herbei. Niki liegt im Bett und fasst sich immer wieder ungläubig an die eigene Backe. Bevor ich etwas sagen kann, sehe ich es selbst: Ihr Gesicht hat sich über Nacht deformiert. Sie steht auf, rennt vor den Badezimmerspiegel. Ihre eine Gesichtshälfte ist doppelt so dick wie die andere und so rosa wie das zeitungsartige Klopapier, mit dem sie versucht, ihre Deformation wegzuwischen. Aber da ist nichts zu machen: Eine dicke Linie zieht sich unter dem linken Auge bis über das Ohr, das selbst dunkelrot herab hängt, schwer wie das eines Elefanten, und so voll gelaufen von Blut, dass es jeden Moment platzen kann. Mit offenem Mund werde ich dieser unbeirrbaren Tatsache gewahr, die es sonst nur in Märchen gibt: Meine Freundin hat sich über Nacht in ein Schwein verwandelt! Welcher Fluch hat sie getroffen? Was hat sie getan? Wie kann ich diese böse Verwünschung von ihr nehmen? Wird sie morgen schon eine Kröte sein oder eine Schlange? Werden wir uns alle in Schweine verwandeln – alle Genossen? Das Tier rast kreischend und schreiend durch die Wohnung und immer wieder vor den Spiegel, beinahe stürzt es sich über die niedrige Brüstung des Balkons in den sozialistischen Atem, den die Stadt aus der Tiefe zu uns empor wirft. Ich rufe die Deutsche Botschaft an. Man nennt mir einen Arzt. Wir gehen auf die Straße, setzen uns in ein Taxi, ich stottere die Adresse. Der Taxifahrer nickt gelassen grinsend und schaut immer wieder interessiert auf das Schwein an meiner Seite. So etwas hat er auch noch nicht gesehen, humpelnde zwar und Einäugige, irgendwo im Donaudelta gibt es auch noch eine Lepra-Kolonie, es gibt Menschen ohne Arme – aber ein menschliches Schwein. Der Taxifahrer denkt, es handele sich um ein dickes deutsches Glücksschwein und fährt uns immer weiter, so weit er kann. Ich schreie ihn schließlich an, er solle endlich anhalten und uns rauslassen.

    “Wenn es unbedingt sein muss“, nörgelt er. Die Gegend ist verlassen, niemand weit und breit zu sehen. Nicht mal ein Hund. Wir laufen eine endlose Straße wieder zurück. Immerhin hat meine Freundin noch eine menschliche Seite – wenn sie neben mir geht, dann erscheint sie, von links her gesehen, fast normal – außer diesem heftigem schwerem Atem und einem fortdauernden Gewimmer- kein menschlicher Laut dringt mehr aus diesem verwunschenen Körper. Es dämmert bereits, als wir die Arztpraxis erreichen. Das Haus leuchtet hell in der verlassenen Gegend – wie ein Orakel. Die Sphinx sitzt herausgeputzt am Eingang und befragt uns nach unserer Herkunft. “Ach, von der Deutschen Botschaft, dann arbeiten Sie dort?“

    “Nein, wir sind Freunde.“

    “Sie sind deutsch? Wie sind Sie versichert? Gut versichert? Auslands versichert? Zahlen sie bar?  Haben Sie Geld dabei? Wie ist ihr Beruf? Wieso sieht diese Frau aus wie ein Schwein?“ Mit jedem Satz hoffe, ich, keinen Fehler zu begehen, damit meine Freundin wieder zurück verwandelt werden kann – und das möglichst schnell und billig.  Der Arzt kommt vorbei. Die Schweineseite meiner Freundin klammert sich an ihn und lässt ihn nicht mehr los, er nimmt uns mit in seine Praxis. Er ist schockiert von so viel Schweinerei und offensichtlichem Leid, und leider selber auch ganz hilflos; er ist bloß der Hals-Nasen–Ohren-Arzt. “Ich bin nicht das richtige Orakel“, sagt er und führt uns eine Tür weiter zu einem Iraner. Er würde uns gerne helfen – aber er kann nicht. “So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagt er und ruft seine Assistentinnen herein. Meine Freundin wird bestaunt und vorgeführt wie eine Afrikanerin bei einer Völkerschau. Wenn sie nicht noch diese menschliche Seite hätte, würde niemand mehr glauben, dass sie nicht schon immer ein Schwein gewesen ist. Ein Fotoapparat wird geholt. Sie wird von allen Seiten abgelichtet, sie quiekt und wehrt sich; sie ist schüchtern und hat wohl auch Schmerzen – aber sie spricht nicht mehr. Sie wird auf jeden Fall eingehen in die Annalen der Medizin; in irgendeinem “Krankheit heute“ Heft wird man sie sehen können, angeblitzt, bloßgestellt und dann sorgsam archiviert. Als wir in der Nacht die Praxis verlassen, hat sie erfolglose Untersuchungen hinter sich und wir haben ein Rezept in der Tasche, für Medikament, das wohl nichts helfen wird. Ein Taxi steht vor der Tür und fährt uns nach Hause. Meine Freundin jammert nicht mehr, ihr Mund ist ausgetrocknet, sie meidet jede Anstrengung. Ich rede mit ihr wie mit einem kleinen Kind: “Komm, gleich haben wir es geschafft. Du legst dich erst einmal hin und morgen sieht die Welt schon ganz anders aus.“ Sie schaut mich an aus immer kleiner werdenden Schweinsäuglein, funkelnd, wir wissen, dass ich lüge. Als ich sie ins Bett lege, flüstert sie mir mit letzter Kraft ins Ohr “Bitte, lass mich nicht sterben.“ Ich lege mich neben die weinende Mara in meine Doppelbetthälfte. Wenn ich meine Wimpern aufschlage, berühren sie das Kissen und machen das schleifende Geräusch einer Tür, die sich öffnet und wieder schließt. Vor mir liegt übergroß das Gesicht von Mara und wie ein Mantra spricht sie vor sich hin: “Viata este greu. Forte greu – das Leben ist schwer – sehr schwer.“  Wer sich das jede Nacht sagt, der hat bald keine Probleme mehr, sich daraus zu verabschieden, denke ich. Vielleicht hilft es ja, dem Tod besser ins Auge blicken zu können. Ich will den Satz nachsprechen, bleibe aber bei dem ersten Wort hängen; “Viata, viata…“  Leben, leben…

    Bei den ersten Geräuschen, die vom Treppenhaus und von der Straße her an mein Ohr dringen, reiße ich die Tür zu Nikis Zimmer auf. Die tierische Hälfte hat immer mehr von ihr Besitz ergriffen und wie ein dicker Kloß hängt dieser übergroße dunkelrosa Schweinskopf über dem kleinen Menschenkörper und japst nach Luft: Ihre Backen sind über die untere Sehkante angeschwollen und ihre Augen sind nur noch stecknadelgroße Löcher in einem Wulst aus wild aufgeworfenem tiefrosa Fleisch. Beide Ohren sind ums doppelte gewachsen und pulsieren voller Blut wie zwei neue Herzen. Sie wackeln und schütteln sich, zucken und richten sich bei meinem Hereintreten auf. Ich fühle mich von diesem Blick aus dem Zimmer gejagt und rückwärts aus der Wohnung, das Japsen schallt in meinen Gehörgängen wieder, während ich die zehn Treppen hinunterstürze, nach draußen. Ich haste über die sechsspurige Straße, Autos hupen, zur Apotheke, “Farmacia“. Davor stehen lauter alte Frauen in einer langen Schlange. “Lasst mich durch, es geht um Leben und Tod“, sage ich. Doch die Frauen stoßen mich mit ihren Ellenbogen zur Seite – “Was will die denn? Eine Deutsche? Pah! Die kennt nicht die Härte des Lebens. Die Deutschen wissen nicht, was Leiden ist. Stell dich hinten an, Kleines.“  Ich stehe und warte. Die dicken alten Weiber drängeln sich beiseite, sie beschimpfen sich gegenseitig, eine atmet schwerer als die andere, um Mitleid zu erregen. Dazu wedeln sich meine alten dicken Genossinnen mit meterlangen Rezepten etwas Luft zu, und auch wenn noch fünf Leute vor ihnen dran sind, lassen sie schon ihre Bestellung ab. Jede ist sich selbst die Nächste. Die Apotheker bleiben ruhig. Sie schieben Berge von Tablettenschachteln unter einer Glasscheibe durch. “Was ist das alles?“, frage ich die Frau hinter mir. “Das ist gegen Schmerzen – Schmerzen im Kopf, Schmerzen in den Beinen, Schmerzen in der Niere, im Hintern, in den Zähnen, Schmerzen in den Haaren auf den Zähnen!“ Wenn man kein Geld hat, um zum Arzt zu gehen oder sich operieren zu lassen, dann nimmt man Tabletten gegen Schmerzen. Ich bin am Ausgabeschalter für Tablettensüchtige gelandet. Aber es ist auch der einzige. Ich bekomme eine Spritze und eine Flüssigkeit unter der Glasscheibe durchgeschoben. Damit kehre ich in das Tiergehege zurück. Das Schwein wehrt sich gegen die Spritze. “Du hast gesagt, du willst nicht sterben“, sage ich, “dann halte jetzt still“, ich selber zittere am ganzen Leib. Noch nie habe ich jemandem eine Spritze gegeben. Ich habe mal gehört, dass man sie fest rein stechen muss, entschlossen und ohne Hemmung. Ich schließe die Augen und hole aus. Ein lautes tierisches Quieken setzt ein. Dann ist es still: Ich habe sie betäubt. Wie ein Metzger mit dem Fleischermesser verharre ich über dem fremden Körper.  “Bitte rufe meine Mutter an“, sagt der Rest Mensch, der von meiner Freundin übrig geblieben ist, kraftlos und leise. “Ich möchte mich von ihr verabschieden, so lange ich noch kann.“ Aus meinen Augen kullern die Tränen, als ich die Nummer wähle. Ich höre ich die Grabesrede des Priesters: “Schon am ersten Tag packte sie dieses innere tierische Verlangen, ein Schwein zu sein. Zwei Hälften in ihr bekämpfen sich, doch das Böse feierte hier seine Triumphe. Das Triviale siegte über das Erhabene, die Zivilisation musste versagen im Anbetracht jener niederen Instinkte, die in Rumänien über sie hereinbrachen.“ “Aber sie hat die Krankheit noch aus Deutschland mit gebracht“, rufe ich in den Hörer hinein. “Dann weiß ich, was es ist“, sagt das Mutterschwein, “das hat sie von mir. Das ist ‘Rotlauf‘.“ Ich packe das betäubte Wesen und fahre damit erneut zum Orakel. Alle Ärzte werden herbeigeholt und ich präsentiere die richtige Antwort: “Sie hat gegen die Streptokokken verstoßen und die Rotlauf auf sich gezogen. Bitte macht sie wieder zu dem, was sie einmal war.“  Die Ärzte nicken bedächtig, “was war sie denn vorher“, fragen sie mich arglos. Nach kurzem Überlegen sage ich:  “Eine Frau, eine hübsche Frau!“  Ungläubiges Erstaunen: “Das da… eine Frau? Was es alles für Krankheiten in Deutschland gibt, tsetsetse…, da wird einem ja angst und bang.“  Sie glauben mir schließlich und verschreiben drei Wochen Antibiotika, dreimal täglich eine große Spritze.

    Jeden Tag stehe ich in der Schlange der tablettensüchtigen Genossinnen auf der “Strada Jancului“, hole die Spritzen für das Hausschwein und sehe zu, wie Tabletten von Endlosbändern abgerissen und unter der Glasscheibe durchgeschoben werden. Ich gehe wie gewohnt einkaufen; Gemüse für eine Suppe für die zahnlose Mara. Meiner Freundin Niki geht es langsam besser, jeden Tag weicht die geschwollene rosa Seite etwas zurück und gibt das menschliche Antlitz darunter wieder frei. Die Spritzen gibt ihr eine junge Arzthelferin, die Tochter der Nachbarn. Als ich diesmal am Schalter der “Farmacia“ stehe, frage ich, ob es denn auch etwas gegen Schlaflosigkeit gäbe, das Leben sei schließlich so “greu“, so “forte greu“. Die Frau schaut mich durch die Scheibe wissend nickend an und schiebt mir eine Packung Tabletten durch, “Hypnotic“ steht in geheimnisvollen Buchstaben auf der Verpackung.     “Kostet aber 40 Cent.“ Bevor ich mich zur weinenden Mara ins Bett lege, nehme ich eine kleine Tablette. Ich spüre, wie meine Arme schwer werden und ich sie nicht mehr heben kann. Ich merke, dass mir meine Beine nicht mehr gehorchen und ich stumm vor mich hinstarre. Erst nachdem ich am ganzen Körper gelähmt bin, erlischt mein Bewusstsein und zieht mich in einen tiefen Schlaf.

    Ich wache nicht auf – nicht von den Schreien Maras, nicht vom Quieken eines Schweins auf dem Wege der Besserung. Erst, als es wieder dunkel wird, kommt mein Bewusstsein zu sich. Ich will mich bewegen, doch ich bin noch immer hypnotisiert. Ich will mich aufrichten, aber wie bei einem Kleinkind sackt der Kopf weg. Ich muss lachen, jede Bewegung, die ich vom Kopf her kenne, muss der Körper neu erlernen. Eine angenehme Gleichgültigkeit hat sich in meinem Kopf ausgebreitet. Ich sehe Maras zahnloses Gesicht auf mich einreden, aber es sagt mir nichts mehr. Ich sehe meine Freundin, das Schwein, die bereits wieder sprechen kann. Aber was sie sagt, sagt mir nichts mehr. Ich grinse glücklich. Ich bin nicht mehr in Eile, Deutschland ist weit, weit weg: Es gibt einen Blumenstand an der Ecke, sie haben wilde Rosen, die Verkäuferin züchtet sie im eigenen Garten. Ein junges Mädchen prostituiert sich vor der Busstation. Sie lächelt mich an und sagt, ich sei hübsch. Sie wünscht mir einen netten Mann und ich trinke einen Kaffee mit ihr. Bauern verkaufen auf dem Bürgersteig ihr Gemüse, sie fahren mit der Pferdekutsche in die Stadt; das ist am billigsten und man muss nichts schleppen. Ein anderer hat den Kofferraum voller Kohl. Es ist eine alte rumänische Dacia, wenn ich will, kann er mir auch so ein Auto besorgen. Er schenkt mir einen Kohl für die kranke Niki und die zahnlose Mara und ich laufe glücklich durch die Straßen. Nach einer Woche ist die Packung mit den hypnotics alle.  Als ich zur “Farmacia“ gehe, steht eine aufgebrachte Menge davor, keifende Frauen, bald stürmen sie die Kasse. Ich frage, was denn los sei. Keine Antwort. Ich bestelle eine Packung hypnotic.  “Ime pare râu – es tut mir leid“, sagt die Verkäuferin. “Im Zuge der Europäisierung wurden viele rumänische Medikamente vom Markt genommen. Sie entsprechen nicht dem europäischen Betäubungsmittelgesetz. Wir haben aber ein pflanzliches Präparat aus Hopfen und Baldrian für den zehnfachen Preis.“  Ich lehne dankend ab. Wovon stillen diese Menschen jetzt ihre Schmerzen? Von Burgern und Cola? Ich schließe die Augen und da ist wieder die Stimme Maras, die auf alles eine Antwort hat: “Viata este greu – forte greu.“ Das Leben ist Leben ist schwer, sehr schwer.

    Bettina Schoeller Bouju
    (BVR) Regisseurin/Autorin
    
    Ausbildung
    2000 Filmhochschule Hamburg Diplom Filmregie mit Auszeichnung
    2001 DAAD Filmakademie Bukarest
    1998 Magister in Ethnologie, Germanistik, Journalistik, Universität Hamburg
    
    Lehrtätigkeit
    
    2005 Lehrtätigkeit an der HFF Potsdam- Babelsberg
    2008 Lehrtätigkeit an der HFF Potsdam- Babelsberg
    2010 Dozentin an der Berliner technischen Kunsthochschule
    2016/17 Lehrgangsleiterin und Dozentin Filmhaus Babelsberg
    2017/18 Lehrgangsleiterin und Dozentin Filmhaus Babelsberg
    
    Seit 2010 Lektorin für die Filmförderungen FFA, FFF Bayern und NRW
    
    Preise
    1991 Literaturpreis des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Wiesbaden: 
    Junges Literaturforum Hessen
    1994 Literaturpreis des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Wiesbaden: 
    Junges Literaturforum Hessen
    1996 Publikumspreis Hamburger Kurzfilmfestival für Mit Mutti ins Paradies 1999 
    Publikumspreis Filmfestival Sehsüchte Potsdam-Babelsberg für happy hour
    2010 Kurzfilmpreis Bamberger Reiter für Wo ich bin ist oben
    
    Publikationen
    2014 Wie haben Sie das gemacht? Aufzeichnungen zu Frauen und Filmen, 
    Schüren Verlag Marburg, gemeinsam mit Claudia Lenssen
    2011 Fettnäpfchenführer Frankreich, Conbook Verlag, Meerbusch, gemeinsam mit Hanna Links
    Autorin u.A. für: Macup, MERIAN, Titanic, TAZ, Süddeutsche Zeitung
    Radio: Dradio, NDR. Interviews und Rezensionen u.A.: Rainald Goetz , Katja Henkel, 
    Sybille Berg, Uwe Tim, Rocko Schamoni, Judith Hermann, Katrin Dorn, Eginald Schlattner, 
    Matthias Seidel, Nigel Barley, Francoise Cactus, Redmond O’Hanlon, T.C.Boyle, 
    Andrian Kreye,  Larissa Boehning, Catherine Guillebaud, Nicolaus Sombart
    
    Filmographie
    2018 Großstadtrevier 4 Folgen, Letterbox Filmproduktion
    2017 Großstadtrevier 4 Folgen, Letterbox Filmproduktion
    Weihnachtsessen, Kinofilm Black Forrest Filmproduktion (in Entwicklung)
    2016 Großstadtrevier 2 Folgen Letterbox Filmproduktion
    2006 – 2014 Verbotene Liebe, Grundy UFA Filmproduktion / 120 Folgen à 25 Minuten, 
    20 Folgen à 40 Minuten
    2010 Wo ich bin ist oben, depoetica Filmproduktion, 60. Berlinale Shorts Competition, 
    German Films in Cannes, Kurzfilmpreis Bamberger Reiter
    2006 Connecting BaghdadDokumentarfilm 89 min DOK Leipzig
    2004 Der ÄrgermacherKinospielfilm 87 Min, 35mm

    Producer Sonderpreis auf den Highlights" Ludwigsburg Verleih und Vertrieb: 
    BohemiaFilmkunst
    1999 happy hour Kurzspielfilm ARTE
    
    Publikumspreis Sehsüchte Potsdam-Babelsberg
    1998 Vom Wasser ins All
    Prix Elida Fabergé Cinemaxx-KinotourKurzfilmfestival Oberhausen
    1996 Mit Mutti ins Paradies
  Publikumspreis beim Hamburger Kurzfilmfestival Über 60 Festivals, Verleih: Kurzfilmagentur Hamburg
    2005-2018 Taxi, Taxi Langzeit-Dokumentation
    1994 OsnabrückKurzspielfilm
    
    Spots und Musikvideos
• Burn, Baby, Burn Kurzspielfilm
• Jistis Pu Yo Musikvideo 
    Deutschland/Haiti
• Der Ölmensch Kurzspielfilm
• Rauchgift social spot
    
• I live in my own mind Musikvideo Lyle Lovett
gemeinsam mit Martin Schoeller

    • Die Goldenen Zitronen Dokumentarfilm VIVA
• Sunt Connectat. Musikvideo

    • Bucharest is just a mess Musikvideo
• Garsilamas Musikvideo
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    Die Leipziger Autorenrunde: Was verbirgt sich hinter diesem Format?

    Die Leipziger Autorenrunde, initiiert von Leander Wattig und veranstaltet von der Leipziger Buchmesse, ging am 17. März 2018 in die sechste Runde. Das Programm ist gewachsen, die Reihe, die 2013 startete, groß geworden, ihr Wesenskern aber bis heute erhalten geblieben. Unterschiedliche Akteure der Buchbranche begegnen sich auf Augenhöhe, lernen von und miteinander, inspirieren und vernetzen sich in ungezwungener Atmosphäre. Für ein Catering ist gesorgt.

    Leander Wattig, die Leipziger Buchmesse, Sponsoren und Medienpartner der Leipziger Autorenrunde haben das Unmögliche möglich gemacht: An diesem Messe-Samstag steht uns der größte Saal im CCL zur Verfügung. War 2017 die Akustik noch eine Herausforderung, so lässt sich 2018 tiefenentspannt an. Trotz bis zu achtzehn gleichzeitig stattfindenden Tischrunden ist es jedem Teilnehmenden gut möglich, sich auf die ausgewählten Referenten zu konzentrieren.

    Zum Auftakt begrüßen die Bestellerautorin Poppy J. Anderson, der Buchmesse-Direktor Oliver Zille und Leander Wattig, in seiner Funktion als Programmkurator, die Gäste und Mitwirkenden. Leander erklärt den Neulingen – es sind einige hinzugekommen – den Programmablauf. An insgesamt 54 Tischen werden Branchenprofis zu unterschiedlichen Themen rund ums Schreiben, Veröffentlichen und Wahrgenommen werden referieren. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, an bis zu sechs Gesprächsrunden zu partizipieren.  Zweimal hintereinander bieten die Referenten ihr Thema an, dann wechseln Sujets wie Vortragende.

    Der Entscheidungsprozess: Wer die Wahl hat, hat die Qual

    Da ich gemeinsam mit der Lektorin und Schreibhain-Dozentin Susanne Zeyse zwei Tischrunden mit dem Titel „Mein originäres Thema finden“ anbiete, werde ich vier Kollegen live erleben dürfen und entscheide mich für

    • „Wonach suchen Verlage? Programmarbeit und Entscheidungsprozesse im Bereich Belletristik“, moderiert von der Verlagsleiterin beim Arche Literatur Verlag (bis 2017) Ulrike Ostermeyer
    • „E-Book-Serien – Was man aus der Welt der Fernsehserien lernen kann und was nicht“, angeboten von Michael Meisheit alias Vanessa Mansini
    • „Wie man im literarischen Stadtleben sichtbar wird“ vom stellvertretenden Chefredakteur bei tip Berlin und Zitty und für mein persönliches Highlight
    • „Trauma als Text – Wie Leid in Literatur umwandeln“, vom Schriftsteller und Journalisten beim Deutschlandfunk Jan Drees

    Gesprächsrunde eins und zwei

    „Wonach suchen Verlage? Programmarbeit und Entscheidungsprozesse im Bereich Belletristik“, moderiert von der Verlagsleiterin beim Arche Literatur Verlag (bis 2017) Ulrike Ostermeyer

    Am Tisch von Ulrike Ostermeyer braucht es nicht lange bis die vielen angestauten Fragen der anwesenden Autorinnen und Autoren sich Bahn brechen:

    • Was ist besser, bei einem kleinen Verlag die volle Aufmerksamkeit zu bekommen oder die Marktmacht einer der „Riesen“ zu nutzen, auch wenn ich Gefahr laufe neben den Spitzentiteln unterzugehen?
    • Wie fällt mein Text in der Flut der Einreichungen auf oder kann ich mich ausschließlich über eine Literaturagentur bewerben?
    • Wie lange im Voraus wird ein Programm geplant und was erwartet der Verlag von mir als Autor?

    Die ehemalige Verlagsleiterin Ulrike Ostermeyer gibt sachlich wie präzise Auskunft, wird nie ungeduldig und ist den Fragenden stets zugewandt.

    Es sei eine Notwendigkeit das Programm des Verlages sehr genau zu kennen, bewerbe man sich ohne eine Literaturagentur im Rücken auf eigene Faust. Die Agentur kenne die Ansprechpartner und unterschiedlichen Lektoren, sie wisse, was gerade gesucht werde, insbesondere bei Genretiteln, die oftmals sehr spezifisches Charakteristika forderten. Anders verhielte sich Letzteres in den Verlagen mit einem dezidiert literarischen Programm, hier spielten v.a. große Themen eine Rolle und die Erzählstimme eines Autors. Man sei auf der Suche nach Überraschungen und weniger festgelegt, was den Stoff angehe. Zwei bis drei Programme plane ein Verlag im Vorfeld, die Vertreterkonferenz fände ein halbes Jahr vor Erscheinen des Titels statt. Wer sich also im Oktober 2018 im Buchhandel sehen wolle, müsse sich spätestens Anfang 2017 beworben haben. Taschenbücher unterlägen immer noch monatlichen Erscheinungsdaten, die Hardcover kämen meist halbjährlich heraus, kurz vor den Buchmessen.

    Der moderne Autor müsse noch viel mehr mitbringen als ein herausragendes Buch. Er solle medienaffin sein, mit seinen Lesern in Kontakt treten und Events wie Lesungen lieben. Der Künstler zum „anfassen“, das werde wieder nachgefragt.

    Ob es sinnvoller sei, sich für einen kleineren oder größeren Verlag zu entscheiden, darauf wollte sich Ulrike Ostermeyer nicht festlegen. Der höhere Fokus auf ein bis zwei deutschsprachige Autoren im Halbjahresprogramm spräche für die Kleineren, die Marktmacht für die Publikumsverlage. Heute entscheide man sich als Autor bei Publikumsverlagen weniger für Programmunterschiede, sie glichen sich alle mehr oder weniger, vielmehr treffe man eine Wahl, zu welcher Community man gehören wolle.

    „E-Book-Serien – Was man aus der Welt der Fernsehserien lernen kann und was nicht“, angeboten von Michael Meisheit alias Vanessa Mansini

    Ein Gong ertönt, Leander fordert uns auf, eine Runde weiter zu ziehen. Ich setze mich an den Tisch von Michael Meisheit, der viele Jahre für die Lindenstraße geschrieben hat. Ich durfte ihn bei einer Weiterbildung an der Masterschool Drehbuch kennenlernen und erinnere mich an die sympathische Ausstrahlung des Kollegen, der heute sehr erfolgreich unter dem Pseudonym Vanessa Mansini Serien schreibt. Er erzählt locker-flockig von der Notwendigkeit dreidimensionaler Figuren, dass es insbesondere im Serienformat genau darauf ankäme. Denn – so seine These – Leser liebten und hassten Serien. Michael Meisheit musste am eigenen Leib erfahren, dass sich sein E-Book „Im falschen Film“ eher schleppend verkaufte, als er die Serie zunächst unabgeschlossen in wöchentlichem Rhythmus für 99 cent und 70 Seiten anbot. Das änderte sich, als seine Leser die komplette Staffel erwerben konnten. Seine Fans warteten lieber auf das Erscheinen der „Staffel“. Analog, sagt Michael Meisheit, verhalte es sich bei Fernsehserien, Zuschauer liebten binge-watching und warteten lieber bis eine Staffel komplett verfügbar sei. Dennoch liebe er diese Form, Serien wöchentlichen erscheinen zu lassen, und hält daran fest. So binde man einen kleinen Leserkreis (in seinem Fall ca. 1000) an sich und kommuniziere sehr intensiv mit ihnen. Dies wiederum verfehle auch nicht die Wirkung auf den erweiterten Leserkreis, der auf die Staffel wartete. Der Autor bliebe immer im Gespräch mit seinen Fans. Darum ginge es speziell im Selfpublishing. Gewinnspiele und Kontaktpflege seien zum Beispiel unabdingbare Tools, ein eigener Newsletter Gold wert.

    Michael Meisheit geht auch auf den Unterschied zwischen Serie und Reihe ein. Eine Serie baue aufeinander auf, sie hangele sich von Cliffhanger zu Cliffhanger und könne stets weiter erzählt werden. Die Reihe hingegen habe je einen abgeschlossenen Fall, so sei z.B. der Tatort eine Reihe, anders als GZSZ, das ein Serienformat bediene. Autoren trügen dem Wunsch nach einer in sich geschlossenen Geschichte auch im Serienformat Rechnung, indem sie in Staffeln erzählten, also wenigstens eine Frage der Serie im Finale beantworteten.

    Gesprächsrunde drei und vier

    „Mein originäres Thema finden“, Referentinnen sind Tanja Steinlechner und Susanne Zeyse von der Autorenschule Schreibhain

    Die Mittagspause unterbricht die Tischrunde und ermöglicht allen Teilnehmenden sich zu stärken und miteinander ins Gespräch zu kommen.

    Susanne und ich sind danach an der Reihe. Für 5 Minuten ist unsere Tischrunde die Stillste im Saal. Unsere Teilnehmer erproben, während einer praktischen Schreibübung, ihrem ureigenen Thema auf die Spur zu kommen. Alan Watt, der, seit ich sein Herangehen kennengelernt habe, mein eigenes Schreiben sehr veränderte, es dichter machte und mich näher an meine Stimme heranführte, soll sie dabei unterstützen. Die Übung geht so:

    Suche Dir einen Gegenstand im Raum und erzähle aus der Ich-Perspektive seine Geschichte. Wichtig ist dabei, dass Du automatisch schreibst, den Stift nicht absetzt.

    Im Anschluss werten wir aus, welche Themen im Text aufschimmern, Themen, die mit dem ureigenen Stoff des Autors korrespondieren. Die Teilnehmenden sind irritiert, weshalb funktioniert dieses Vorgehen so gut?

    Wer jetzt neugierig geworden ist und mehr über unseren Vortrag erfahren will, dem verlinke ich meinen Blogbeitrag. Auf Wunsch schicke ich Euch gern meine Präsentation zu. Hier könnt Ihr sie anfordern.

    „Wie man im literarischen Stadtleben sichtbar wird“ vom stellvertretenden Chefredakteur bei tip Berlin und Zitty und für mein persönliches Highlight

    Eine Kaffeepause, die viel zu schnell vorüberzieht, folgt. So viele wunderbare Kolleginnen und Kollegen sind vor Ort, ich schaffe es leider nicht, mich mit allen zu unterhalten.

    Weiter geht es mit Eric Heier und den Berliner Stadtmagazinen tip und Zitty. In dieser Runde werden rasch Visitenkarten weitergereicht, es besteht reges Interesse. Was bieten wir, dass für Eric von Interesse ist? Wie werden wir selbst auf literarische Veranstaltungen aufmerksam? Es ist dies eine Tischrunde, die vor Lebenslust und Entdeckergeist sprüht und die ursprüngliche Idee der Vernetzung ins Zentrum rückt. Spielend gelingt hier, wofür dieses Format ursprünglich entwickelt worden ist. Quasi nebenbei fliegen Literarische Berliner Veranstaltungsreihen als Wortfetzen über den Tisch. Wir notieren eifrig, freuen uns über die Kontakte, die wir hier knüpfen, über Anregungen und Inspiration. Storyfusion, Rich Kids Of Literatur, kabeljau und dorsch, Hauser und Tiger und der Feuerpudel. Pub´n´ Pub, ergänze ich.  Ich verlinke diese Formate und jeder schaue selbst, welches ihn anspricht.

    „Trauma als Text – Wie Leid in Literatur umwandeln“, vom Schriftsteller und Journalisten beim Deutschlandfunk Jan Drees.

    An diesem Messesamstag im CCL fliegt die Zeit und steht sie gleichzeitig still. Gespräche rauschen, klingen nach und verhallen. Nur noch eine Gesprächsrunde ist offen und doch ist klar, wofür ich mich entscheiden werde, verhandelt mein Manuskript doch genau jenes Thema, das bei Jan Drees´ Gesprächsrunde Sujet ist: Trauma als Text. Nicht von meinem eigenen Trauma erzähle ich, auch wenn Jan sagt, in uns allen sei mindestens eines beheimatet. Vielleicht ist mein eigener Text in diesem Sinne eine Näherung, ein Kreisen um Traum und Erinnerung, um Wirklichkeitskonstruktion und ihr dokumentarisches Erfassen, das sich in diesem Stück Literatur nur im Unbewussten ereignen kann. Wenn zwei Liebende über ein transgeneratives Trauma aneinander gebunden sind und davon nicht wissen, wenn die Tochter, nach dem Suizid der Mutter, durch Alpträume Fremder wandeln und diese verändern kann, wenn all das, im Stil Murakamis, wahrhaftig und doch traumähnlich erlebbar wird, dann hat meine Erzählung mit Jan Drees Auseinandersetzung zu tun und berührt mich schon deshalb.

    Was ich aber nicht erwartet habe, ist, dass ich auf einen Meister seines Fachs treffen werde, einen Schriftsteller, dem ich 45 Minuten lang „live“ beim Denken zusehen darf, der Bezüge zieht, und fortspinnt, der seine Tischrunde miteinbindet und doch nicht auf sie angewiesen ist. Was kann und ist Literatur, fragt Jan Drees und eröffnet seine Runde mit einer Frage, die uns alle an diesem Messesamstag ins CCL geführt hat und uns bindet. Fernab von Marketing und Verkaufsstrategien, ist sie der Urgrund allen Schreibens und Lesens, und trifft deshalb.

    „Ein Trauma“, denkt Jan Drees laut, „ist eine Wunde, die sich nicht schließt, etwas das uns überfordert, persönlich oder gesellschaftlich.“ Über das Verhältnis von Israel und Palästina spricht er, über William Styron und den Stand der Depressionsforschung in den U.S.A. und Europa, über Möglichkeiten von Poesietherapie und Literatur und transgenerativer Erinnerung. „Das Gespräch eines Lebensmüden mit seiner Seele“, fällt als Referenztext, ca. 1700 v. Christus im alten Ägypten entstanden.

    Wir sprechen über den Prozess des Schreibens, wenn wir uns traumatischen Geschehnissen annähern. Jan Drees schreibe täglich, darum gehe es, sagt er. Die Geschichte zeige sich im Material und seiner Anhäufung, in nicht zu überblickendem Material, denn er könne nicht linear von solcherlei Erlebn erzählen. Es gehe – wie immer, aber in diesem Fall besonders – ums Liegen- und Ruhenlassen, ums wieder und wieder neu schreiben, bis eine Geschichte entstünde. Er sei derart vorgegangen: KLarsichthüllen habe er genutzt, eine Hülle für jede Szene. Er habe Material gesichtet, ausgeschnitten und den jeweiligen Hüllen zugeordnet.

    Ein wichtiger Tipp, den er als Feedback zu seinen Texten erhalten habe: Je mehr passiere, je schrecklicher und unbegreiflicher etwas sei, umso ruhiger solle er davon erzählen. Er wisse nicht weshalb das aufginge, aber dieses Stilmittel verfehle nicht seine Wirkung.

    Ich vermute im Bruch dieser Stille erlebt der Leser das Grauen umso mehr, im Kontrast hebt es sich umso deutlicher ab.

    Es gehe darum, so Jan Drees, das Kreisen der Gedanken in Linien zu überführen. Wir bewegten uns in einem Spannungsfeld, die erste Person sei besonders retraumatisierend, die zweite Person besonders manipulativ.

    Noch am Donnerstag hielt ich einen Vortrag auf der Buchmesse zum Thema „Haben Sie das wirklich erlebt? Zwischen Authentizität und literarischer Verwertung.“ Jan Drees scheint sich mit ähnlichen Fragen zu befassen und formuliert eine mutige These: „Die erfolgreichsten Autoren schreiben und erzählen immer von sich selbst.“

    Natürlich meint er damit nicht die bloße Abbildung von Wirklichkeit, aber er greift auf, was mich an Alan Watt so begeistert, auch wenn Jan Drees diesen Alan Watt und sein Buch „The 90 day novel“ möglicherweise gar nicht kennt, ich habe ihn darüber nicht befragt.

    Unsere größte Angst weist uns den Weg zum Schreiben, ist gleichermaßen persönlich wie überpersönlich. Sie weist den Weg ins Dilemma unserer Figur. Die Angst, ohne Fassaden zu sein steht dem Wunsch gegenüber, insbesondere im Schreiben, zu sich zu kommen, zum Kern, und nur der interessiert auch den Leser, weil er existenzielle Fragen berührt. Die Angst ist ein Fundus fürs Schreiben, sagt Jan Drees.

    Wir suchen nach Tabuthemen und von ihnen ausgelösten Fragen, die die Literatur umtreiben. Der Tod und der damit einhergehende Kontrollverlust interessiert unsere Runde. Begierde könnte man ergänzen oder Besessenheit, unstillbare Sehnsucht, Liebe vielleicht. Gewalt, die andere Seite der Medaille, oder eben gerade nicht, weil so dicht an überbordende Gefühlen und Regungen grenzend. Wir denken an „Die Leiden des jungen Werther“, wir denken an Kafkas „Verwandlung“. Jan Drees zitiert Boethius und aus „Der Trost der Philosophie“. Er habe große Angst vor dem Tod, sagt er. Seine Angst ist meiner nicht fremd, diese Angst vor dem großen Verschwinden, der persönlichen Auslöschung. Neulich entdeckte ich den Blog Sterben üben. Meine Gedanken ziehen Kreise. Ich werde sie in Linien überführen und danke, neben Leander Wattig, der solche Begegnungen wie die mit Jan Drees, möglich macht, einem Schriftsteller, dessen Roman ich schon jetzt lesen möchte.

    Oliver Zille sagte zur Eröffnung der Veranstaltung er wünsche uns zumindest eine Begegnung auf dieser Buchmesse, die Herz oder Geist berühre. Jan Drees Tischrunde hat dies in besonderem Maße geleistet. Herzlichen Dank dafür.

     

     

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    Mittwoch, den 14.03.2018 Gewandhaus / Einlass 18.15 Uhr, Beginn 19.00 Uhr Festakt & Eröffnung der Buchmesse
    Donnerstag, den 15.03.2018 BVjA / Halle 5, C 600 / 10.15 – 10.40 Uhr Lesung Tanja Steinlechner aus: Unter den Träumen
    Epubli & neobooks /Halle 5, C 600            15.00 – 15.45 Uhr

     

    Tanja Steinlechner Vortrag: Haben Sie das wirklich erlebt? Zwischen Authentizität und literarischer Verwertung
    BVjA / Halle 5, D 600 / 16.00 – 16.30 Uhr Podiumsdiskussion: Was macht mich zum Schriftsteller?
    Freitag, den 16.03.2018 Epubli & neobooks / Halle 5, C 600         15.00 – 16.00 Uhr

     

    Tanja Steinlechner Vortrag: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne – Von der Kunst LeserInnen in den Bann ziehen
    Samstag, den 17.03.2018 Autorenrunde CCL Saal 1 / 13.00 – 14.30 Uhr

     

    Tischrunde Tanja Steinlechner & Susanne Zeyse: Mein originäres Thema finden
    Sonntag, den 18.03.2018 Epubli und Neobooks /15.00 – 16.00 Uhr Halle 5, C 600 Speeddating für Autoren / Tanja Steinlechner und Bernd Floßmann
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    In der Reihe“Werkstattgespäche“ erzählen gestandene Autorinnen und Autoren über die Arbeit an ihrem Werk, erhalten aber auch Debütanten die Chance sich zu präsentieren. Hans Kleemann gilt als Geheimtipp. Er schreibt seine Stücke nicht nur selbst, er ist auch seine beste Besetzung. Wer ihn noch nicht kennt, bekommt am 15. April 2018 erstmals die Möglichkeit, das Ausnahmetalent live im Schreibhain zu erleben.

     

    Wann?Wo?Preis
    15.04. 2018 | Sonntag 19.00 Uhr
    Im SCHREIBHAIN|Kleine Rosenthaler Str. 2 / 10119 Berlin
    Spendenbasis
                                                                                                                                                                                                                                         JETZT BUCHEN
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    Schreibhainstipendium in der Autorenausbildung Jahrgang VIII

    Für die Autorenausbildung des Jahrgangs VIII schreiben wir – wie immer – einen Stipendienplatz aus.  Unser Stipendiat nimmt kostenfrei am Ausbildungsprogramm und den Präsenzwochenenden teil. Verpflegung und ggf. Anreise + Unterkunft in Berlin sind selbstständig zu übernehmen.

    Teilnahmebedingungen

    Für den Wettbewerb bitten wir um Einreichung einer abgeschlossenen Erzählung oder Kurzgeschichte von max. 10 Normseiten und einer künstlerischen Vita mit Autorenfoto.  Der Gewinner/die Gewinnerin des Wettbewerbs erklärt mit Teilnahme an der Ausschreibung sein/ihr Einverständnis und das einfache Recht, den eingereichten Text mit künstlerischer Vita und Foto auf dem Schreibhain-Blog zu veröffentlichen.

    Teilnahmezeitraum

    08. Januar 2018 – 02. April 2018

    Bekanntgabe

    Am 09. April 2018 informieren wir alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer unseres Wettbewerbs via E-Mail über den neuen Schreibhainstipendiaten /die neue Schreibhainstipendiatin . Zeitgleich lassen wir euch wissen, wer – unabängig vom Stipendium –  einen regulären Platz in der Autorenausbildung erhält.  Bis zum Stichtag, dem 16.April 2018, reservieren wir euren Studienplatz. Die Teilnahme am Wettbewerb ist selbstverständlich nicht an die Aufnahme eines regulären Studienplatzes gekoppelt.

    Hinweis

    Sollte der Jahrgang VIII – wider Erwarten nicht zustande gekommen (in sieben Jahrgängen ist dies noch nie der Fall gewesen) – verschiebt sich der Beginn der Ausbildung auf den Jahrgang IX.

    Das Schreibhain-Team wünscht viel Erfolg!

     

     

     

     

     

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    Blogbeitrag von Luise Wolf und Clarissa Lempp

    „Durch eine Brille aus Klang und Worten“ auf das Leben schauen. Mit diesem Bild eröffnete Tanja Steinlechner die Lesung der Schreibhain-Absolventen des Jahrgangs IV. Sie beschrieb damit den Geist der Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Jede Wahrnehmung wird ihnen zur Interpretationsfolie ihres eigenen Stoffes, ihrer Figuren und Schauplätze. Sechs Autorinnen und Autoren stellten am 12. November ihre Stoffe in Gegenwart von Lektoren, Agenten und Lesern in den atmosphärischen Räumen der Brotfabrik vor.

    Kristina Langenbuch und Gesa Weiß (Literaturagentur Langenbuch & Weiss) kommen regelmäßig zu den Schreibhain-Lesungen. Sie schätzen die Möglichkeit, Autoren und ihre Geschichten hier persönlich und direkt kennenlernen zu können, und diese Freude „beruht auf Gegenseitigkeit“, so Kristina. Sie kennt die Tücken des Exposés, mit dem Literaten ihr Buch bei Agenturen oder Verlagen bewerben. Das sei nicht jedermanns Sache. In der formalen Bewerbung „fällt vielleicht etwas unter den Tisch“, bemerkt Kristina. Und man kann sich vorstellen, dass bei Werkideen von bis zu 500 Seiten den Zuhörern allerhand Fragen durch die Köpfe rauschen konnten. Welche Protagonisten treten noch ins Bild? Wird sich die Protagonistin verlieben? Welche Ereignisse gingen der Roman-Handlung voraus, wie werden sie thematisiert?

    Natürlich braucht nicht jede gute Story auch eine Liebesgeschichte und nicht jeder Stoff eine lebhafte Vergangenheit. Wunderbar lebendig und zugleich subtil ließ es sich aber an, wie die Schreibhain-Absolventin Susanne Neeracher-Frei bei diesen Fragen in ihre Roman-Handlung eintauchte und uns mitten unter ihre Protagonistinnen eines fein-gewebten Entwicklungsromans setzte. Bei der Beschreibung ihrer Figuren und Handlungen wurde ihr Geist suchend und tastend, als würde sie selbst diese Figuren verkörpern, diese Entscheidung irgendwann treffen müssen – als würde sie ihre Figuren weniger bestimmen, als vielmehr ihnen beim Werden kritisch und einlenkend zur Seite stehen.

    Der Stipendiat des Jahrgangs IV, Fabian Bader, stellte in seinem Roman-Entwurf „Profilbilder“ moderne Kommunikationstechnologien und die ewige Suche nach der eigenen Identität in den Mittelpunkt. Das iPhone 6 des namenlosen Protagonisten wird zum Tagebuch, zur Erinnerungsmaschine und zum Selbstfindungsapparat. Am Ende bleibt die Frage, welcher der Follower auch im echten Leben besteht und welcher nicht mehr als ein digitales Rauschen ist.

    Gleich zwei Romane präsentierte Jessica Potthast. In ihrem Thriller folgt die Protagonistin, eine Parfümeurin, der Duftmarke eines Serienmörders. In ihrem Jugendbuch-Entwurf nimmt sie die Leser mit auf einen Road-Trip, der von Norddeutschland nach Kroatien und durch Vergangenheit und Gegenwart der jungen Ausreißerin und ihrer besten Freundin führt. In beiden Auszügen öffnete Jessica Potthast durch ihre einfache und doch bildreiche Sprache die Geschichten sofort für die Zuhörenden.

    Die Stoffe entfalteten ein Prisma zeitgenössischer Themen, Tendenzen und Sehnsüchte: zwischen Kontinenten chattende Lebensentwürfe, Profilbilder als Baustellen des Selbstbildes, Generationenkonflikte, die Suche nach Heimat, in und außerhalb Deutschlands oder in der Virtual Reality. Ebenso unterschiedlich der Antrieb hinter den Geschichten, von der eigenen Erfahrung bis zum Wunsch soziale Konflikte abzubilden. Der von Andie Arndt vorgestellte Roman „Blaues Gold“ greift auf beides zurück. Die Autorin ist viel gereist und setzte ihre Geschichte über einen Wasserskandal zwischen Berlin und Indonesien an. Auch die Sehnsucht nach der puren Lust und nach Fantastischem siedelt heute in den Köpfen junger Autoren. Am Sonntag führte sie auch ins Düstere, in den Schatten, die Dystopie, wie in der Trilogie von Nina Michnik.

    Emm Stumms Roman „Sexdämon“ zeichnet sich durch die enge Synthese von Form und Inhalt, von Schreibstil und unterschiedlichen Epochen und Musikstilen der Handlung aus, durch die der Protagonist der Geschichte reist. „Musik bildet sich im Körper ab“, so Tanja Steinlechner, die Gründerin und der Leiterin der Autorenschule Schreibhain., „Herz und Blutströme machen den Rhythmus, die Bewegungen, die Gesten und Mimik, die Melodie.“

    Und wie Melodien rauschten die Bilder und Geschichten der Lesung durch unsere Köpfe. Musik ist die vergänglichste aller Künste. Einige der Autorinnen und Autoren dürfte es mit etwas Glück gelingen, ihre Geschichten im Buchformat zu verewigen, um uns weiter zu beschäftigen.

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